In meiner Schrebergartensparte steht eine Schaukel.
Diesen Sommer war ich entweder schaukeln oder habe daran gedacht.
Dabei schaukelte ich mich immer weiter in Erinnerungen und Gefühle rein,
die mich über die Ästhetik der Schrebergärten, meine Großeltern, die DDR und das Schaukeln an sich nachdenken ließen.
Zu diesen Themen habe ich viel gearbeitet und „Ich steige und singke im Wind“ ist entstanden.
Das Werk umfasst eine kleine Publikation und eine Videoinstallation.
In der Publikation sind eine Fotoreihe, darauf basierende Cyanotypien und ein Gedicht enthalten. Ich versuche damit die Eindrücke und Gefühle während des Schaukelns mit Blick auf Gartensparte zu verarbeiten; Beobachtungen der Umgebung, Erinnerungen an den Garten meiner Großeltern und Gedanken daran, wie die historische Vergangenheit
in der Ästhetik ostdeutscher Schrebergärten nachklingt.
Die Videoinstallation beschäftigt sich mit dem tranceartigen Hin-und-Her-Schwingen beim Schaukeln. Die monotone, rhythmische Bewegung kann einen Zustand der Beruhigung oder Trance hervorrufen, da sie stressreduzierend wirkt und die Ausschüttung von Endorphinen fördert (siehe Jaktartion). Der sich wiederholende Text, gesprochen von Anke vom Sund, verstärkt in Kombination mit der pendelnden Bewegung die hypnotische Wirkung. Der Bewegungsablauf des sich zusammenziehenden und ausdehnenden Brustkorbs folgt derselben grundlegenden Struktur wie das Auf und Ab des Schaukelns, sodass beide Bewegungen sich gegenseitig spiegeln. Projiziert wird die Arbeit auf eine Tischdecke meiner Großmutter, deren florale Muster mit der Umgebung in Resonanz treten.















